70 Jahre Hilbert leistungsfähig – zuverlässig
Die Mühen des Anfangs
Im Jahre 1953 gingen aus dem Althener Landwirtschaftsbetrieb von Kurt Hilbert zwei Funkti-onseinheiten hervor, der Bauernhof von Christoph Hilbert und ein Transportbetrieb unter der Leitung von Edgar Hilbert. Vater Kurt Hilbert war ein weitsichtiger Mann, aufgeschlossen für technische Neuerungen. 1927 kaufte er das erste Althener Kraftfahrzeug, einen Pkw der Marke Opel. Zur Steigerung der Effektivität seines Betriebes schaffte er bald einen Motor-pflug und eine Dreschmaschine mit Presse an, die auch von anderen Althener Bauernwirt-schaften genutzt wurden. Als sie wegen der Benzinrationierung im II. Weltkrieg nicht mehr eingesetzt werden konnten, erwarb er unter großen Schwierigkeiten einen Lanz-Bulldog-Großverdampfer. Kurt Hilberts Söhne Edgar und Christoph arbeiteten nach dem Krieg in der Bauernwirtschaft von Kurt Hilbert mit. Der Landwirtschaftsbetrieb ging 1960 in der LPG Alt-hen auf. Edgar Hilbert entwickelte den Transportbereich weiter und gründete später ein selbst-ständiges Transportunternehmen, das anfangs nur mit Pferden und einem 45-PS-Lanz-Bull-dog betrieben wurde. Der Großteil der Zugtiere war nicht mehr in Althen stationiert, sondern bei der Brauerei Bauer in Leipzig. Seit den sechziger Jahren hielt in der Firma Hilbert immer mehr die Motorisierung Einzug. Es wurden zwei LKW H 6 und mehrere Hänger angeschafft. Der Einsatz der Fahrzeuge und die Zuteilung der Betriebsmittel erfolgt durch den VEB Kraft-verkehr.
Eine Geschichte zum Schmunzeln
Beim Transport eines antiquierten hölzernen Bauwagens vom Gerichtsweg nach der Karl-Tauchnitz-Straße fuhr Edgar Hilbert mit seinem 45-PS-Lanz-Bulldog den „Rathausberg“ hinab, als die Zuggabel vom Bauwagen abbrach und das Gefährt führerlos über die Straßen-bahngleise des Martin-Luther-Ringes bis zur Straßenbahnhaltestelle Friedrich-Ebert-Straße rollte. Zufällig kam eine Polizeistreife vorbei, und die Genossen lobten Edgar in völliger Ver-kennung der Situation, weil er die Zuggabel unter den Wagen geschoben hatte, und keine Fußgänger darüber stolpern konnten.
In den achtzigern
In den Achtzigerjahren kamen die ersten Frontlenker-Lkw Typ W 50 Allrad-Zugmaschinen und, nach langen Kämpfen mit staatlichen Stellen, ein Bagger hinzu. So konnten die Umschlagsarbeiten mechanisiert werden.
Der Schwerpunkt des Betriebes wurde von der Hauptstraße 22 nach der Hauptstraße 24 verlegt, der Hof erneuert und Garagen- und Werkstattumbauten durchgeführt.
Es darf wieder gelacht werden
Die Wende und ihre Folgen
Das Ende der Zwangswirtschaft stellte die Firma vor eine völlig veränderte Situation. Viele neue Partner und Kunden und die anspruchsvollen technischen Anforderungen erzeugten große Turbulenzen. Der Transportbetrieb musste sich der rasanten Entwicklung der Region anpassen und erforderte massive Investitionen in Fahrzeuge und Technik. Im kaufmännischen Bereich hielt die elektronische Datenverarbeitung Einzug und löste die traditionelle Buchhaltung ab. Es entstanden neue Arbeitsplätze für qualifizierte Mitarbeiter. Neue Schwerpunktaufgaben des Betriebes sind Baukrantransporte und –montage sowie Kanal- und Erdbau.
Seniorchef Edgar Hilbert übergibt die Leitung des Betriebes seinem Sohn Angas und seiner Tochter Haina
Mit Eintritt des Rentenalters übertrug der Seniorchef Edgar Hilbert die Leitung des Betriebes seinem Sohn Angas und seiner Tochter Haina. Zurzeit sind 25 Arbeitskräfte beschäftigt. Der Fuhrpark umfasst 18 Fahrzeuge und diverse Baumaschinen, die auf 7500 qm Betriebsgelände untergebracht sind. Zur Pflege der Firmentradition stehen noch Kremserfahrten mit schweren Kaltblutpferden im Programm, und der Lanz-Bulldog ist auf Dorf- und Heimatfesten wieder eine Attraktion. Die Firma ist Mitglied im Landesverband des sächsischen Verkehrsgewerbes für Nahverkehr, Fernverkehr und Entsorgung sowie Besitzer des Gütezeichens für Kanalbau und IHK-geprüfte Ausbildungsstelle für Güterkraftverkehr.
Wie geht es nach Edgar Hilbert weiter?
Im Jahre 2004 stirbt der Firmeninhaber Edgar Hilbert und Haina und Angas übernehmen sein Erbe. Er hinterlässt eine leistungsfähige Firma für seine Kinder. Weiterhin gibt er ihnen als sein Vermächtnis grundlegende Gesetze mit auf den Weg. So sollen die Pferde und der 45-PS Verkehrsbulldog als historische Einheit in der Firma erhalten bleiben. In der Großfamilie stehen die Funktion und die Leistungsfähigkeit der Firma im Vordergrund. Jeder muss in seiner Position Verantwortung tragen und eine Leistung erbringen, um ein zufriedenes Leben führen zu können. Edgars Ausspruch: „Streiten ist einfach, vertragen ist schwer.“
Alles lacht über die geplatzte Freibaderöffnung
Leider gibt es auch Ereignisse, bei denen der Name Firma Hilbert ein Stirnrunzeln hervorruft. So geschehen 1998 im Freibad Lindenthal, als unser Containerfahrer Rainer P. die Wegeverhältnisse falsch einschätzte und bei der Anlieferung von Mutterboden den Lkw in der Liegewiese festfuhr. Über Betriebsfunk wurde ein in der Nähe arbeitender Kran-Allrad-Schlepper „intern“ informiert, um Bergungsarbeit zu leisten. Auch dessen Fahrer Matthias S. schätzte die Situation falsch ein und endete manövrierunfähig in der Liegewiese. Nun wurde das Büro Hilbert informiert, woraufhin der Traktor mit Herrn Matthias B. anrückte. Dieser ackerte den Rest der Liegewiese um, brachte die Lkws auf die Straße, wo schon der Stadtordnungsdienst wartete und uns mit einer Strafe wegen Straßenverschmutzung erfreute. Danach konnte die Firma Hilbert den angelieferten Mutterboden selbst einbauen und die Liegewiese wiederherstellen, und das Bad öffnete drei Wochen später. Der Rasen war gut aufgegangen und angewachsen, da in der Zeit nur Regenwetter war, also hatten die Lindenthaler nichts verpasst.
Gründung der Edgar Hilbert OHG
Es entsteht 2004 eine OHG mit Haina und Angas als geschäftsführende Gesellschafter. Der Geschäftsbetrieb läuft unbeirrt weiter und es erfolgte der Umzug in das neu erbaute Betriebs- und Bürogebäude im Althener Anger 26. Jetzt sind optimale Bedingungen für Disposition, Betriebswirtschaft und soziale Belange gegeben. Die Aufgabenbereiche ändern sich, Kran- und Schornsteintransporte verschwanden, Balkentransporte und -montage kommen in das Aufgabenspektrum. Die Technik wurde rotierend erneuert, sodass immer optimal Arbeitsge-räte vorhanden waren und auch die Umwelt berücksichtigt wurde.
Die Pferdehaltung und Zucht als Vermächtnis
Die Pferdehaltung erhielt 2007 ein neues, modernes und dem Tierwohl entsprechendes Gebäude mit Sandpaddock und Offenstall im Außenbereich der Firma. Es stehen 5 Boxen mit Außenpaddocks, ein Kraftfuttersilo mit Quetsche, eine Mistlagerstätte mit Jauchegrube und eine große Kutschremise zur Verfügung. Die Pferdezucht geht ebenfalls weiter und einige Kunden können sich über ein gutes, junges und ausgebildetes Pferd von der Firma Hilbert freuen. Die Raufutterversorgung und Lagerung erfolgen in Eigenleistung der Firma Hilbert. Kraftfutter und Mineralien werden zugekauft. In den Jahren von 2004 bis 2012 wird der gesamte Gespann Fahrzeugpark erneuert oder restauriert. In der Region der Leipziger Partheaue ist die Firma Hilbert eine bekannte Größe zur Durchführung von Kutsch- und Kremserfahrten, sowie historischen Aufführungen.
Alle Fahrzeuge sind TÜV-geprüft und die dort tätigen Mitarbeiter besitzen einen Gespannführerschein.
Im Außenbereich pachtet Firma Hilbert das Gelände der ehemaligen Schweinemastanlage und richtet es entsprechend her. Ein Zaun mit begrüntem Wall umringt die Lagerfläche für Baustoffe und Geräte.
Nächtlicher Polizeieinsatz im Winter mit Pferdeaufbewahrung
Nach einer schon lang anhaltenden Winterdienstschicht am Jahresende 2010, begab sich Herr Angas Hilbert vom Salzverladeplatz zu seiner Wohnung. Es war schon fast Mitternacht, als er plötzlich Blaulicht und Sirenengeheul hörte. Kurze Zeit später klingelte es Sturm. Er lief also nicht zur Haustür, sondern zum Hoftor, öffnete dieses, wo ihn ein verschneiter Polizist außer Atem mit den Worten begrüßte: „Sie schlafen wohl gleich in Arbeitssachen?“ Überrascht fragte er: „Wie kann ich Ihnen helfen?“ Er sagte: „Ihre Pferde sind ausgebrochen und galoppieren durch Althen.“ In diesem Moment kamen die Pferde wirklich vorbei und Herr Hilbert stellte fest, dass es Island-Ponys waren und keine Kaltblüter. Die inzwischen in Mehrzahl angekommenen schniefenden Polizisten fragten Herrn Hilbert eindringlich, ob er bei der Pferdesicherung helfen könne. Das tat er sodann auch, öffnete das Tor, schaltete das Licht ein, und es gelang ihnen mit den nicht geübten Ordnungshütern, die vier Pferde in die Reparaturhalle zu treiben und dort einzusperren. Es dauerte drei Tage, bis die rechtmäßigen Besitzer gefunden werden konnten. Es war eine junge Frau aus Engelsdorf, welche Tierarzt in Leipzig studierte und die Pferde zum Hobby im Freien hielt. Die Abwesenheit der Pferde war erst am Silvestermorgen aufgefallen und am Nachmittag holte sie die Tiere bei Firma Hilbert ab.
Wie geht es nach Haina Brandt weiter?
Im Jahr 2020 stirbt Haina Brandt, Geschäftsführerin der OHG Hilbert, durch einen Unfall. Der verbliebene Geschäftsführer Angas Hilbert führt die Firma als Einzelkaufmann weiter. Da die Belastungen von Angas Hilbert zu groß werden und Qualitätsverluste in der Firmenleitung drohen, entsteht eine gespannte Situation. In Erkenntnis der Dringlichkeit und fundierend auf seinem bisherigen Bildungsstand, qualifiziert sich Dennis Brandt in Tiefbau zum Meister für Tiefbau weiter. Jetzt ist der Sohn von Haina und Jens, gerüstet, um Verantwortung in der Geschäftsführung zu übernehmen. Nach Aufarbeitung der Regelungen aus den Altverträgen wird am 01.01.2022 eine GmbH & Co. KG gegründet. Die beiden Geschäftsführer werden durch Dennis Brandt und Angas Hilbert gestellt. Alle betrieblichen Bedingungen, Verpflichtungen, Anstellungsverhältnisse und Mietverhältnisse werden komplett übernommen.
Wie sind die Perspektiven der GmbH & Co. KG?
Als Perspektive sieht die neue Firma ihre Aufgabe darin, ihre Tradition zu erhalten, aber den Markt zu beobachten und ihr Leistungsprofil dafür anzupassen. Besonders die Schonung und Verwertung von Material, das recyclingfähig ist, soll mit moderner Technik bearbeitet und weiterverwendet werden. Da jede Wirtschaftsepoche mit veränderten Anforderungen in Berührung kommt, sieht die Fa. Hilbert durch ihre Erfahrung einer wirtschaftlich gesicherten Zukunft entgegen.
Die Firma Hilbert möchte aktuell genau wie in ihrer Vergangenheit ein zuverlässiger und leistungsfähiger Partner ihrer Kunden sein.
Wir hoffen sagen zu können, dass wir in unserem Wirtschaftsleben mehr richtig als falsch gemacht haben.
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